|  | 
Du schaffst das! Beate Köhlein zum Thema Ziele Ich befand mich im
Vierfüßlerstand auf zwei Tauen und schaute 22 Meter in die Tiefe. Es sollte mal
etwas anderes sein und es sollte Spaß machen. Begeistert hatte ich zugesagt,
als meine Freundin anrief und mich fragte, ob ich mit in den Hochseilgarten
kommen wollte.
„Es geht nicht!“ schrie ich.
„Doch, es geht!“ eine warme,
männliche Stimme widersprach mir. Sie kam irgendwo von vorne, doch ich hatte
keine Kraft den Kopf zu heben. Meine Kraft ließ nach und meine Arme begannen zu
zittern.
„Ich kann das nicht!“ wieder
hörte ich mich schreien.
„Doch, du kannst das. Zieh den
Fuß etwas vor und dann die Hand!“
„Ich kann mich aber nicht
bewegen! Ich will hier runter!“
„Du kannst runter, wenn du es bis
zu mir geschafft hast!“ Die Ruhe in seiner Stimme machte mich wütend. Ich
versuchte, den Fuß zu bewegen und verlor fast das Gleichgewicht.
„Das geht nicht, verdammt noch
mal!“ Ich merkte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen.
„Ich könnt weinen!“
„Dann wein, wenn es dann besser
geht!“ Fiel diesem Typen eigentlich immer etwas ein? Lange hielt ich es in der
Position nicht mehr aus, mein ganzer Körper zitterte vor Anstrengung. Aber ich
hatte verstanden, dass mir keiner helfen würde, um auf die rettende Plattform
zu gelangen. In dem Moment rutschte ich mit einem Fuß ab und landete bäuchlings
auf beiden Seilen. Für einen kurzen Moment blieb mir die Luft weg.
Wieder sprach die ruhige Stimme
zu mir: „So geht es auch, jetzt zieh dich einfach hoch!“
Einfach? Hatte der Typ „einfach“
gesagt? Mir fielen ziemlich deftige Schimpfwörter ein, mit denen ich ihn
bestimmt beeindruckt, jedoch nicht beinflusst hätte. Was blieb mir also anderes
übrig, als es zu versuchen? Ich schrie fast, als ich meinen zitternden
Oberamrmuskeln befahl, den restlichen Körper nach oben zu ziehen. Aber es
funktionierte. Von irgendwoher vernahm ich Beifall und aufmunternde Zurufe.
Noch ein Stück und noch ein Stück. Dann war ich da und ergriff erleichtert die
rettende Hand, die zu dieser Stimme gehörte, die sich durch nichts aus der Ruhe
bringen ließ.
„Sehr gut gemacht! Kannst stolz
auf dich sein!“ sagte sie jetzt.
Ich schluckte alles hinunter, was
ich diesem Kerl am liebsten an den Hals gewünscht hätte und setzte mich auf die
Plattform.
Kurz später verstand ich, was er
meinte und war ihm dankbar. Ich hatte es selbst geschafft. Ich hatte schon
aufgeben wollen, aber es hätte mich niemand herausgeholt. Und wenn doch, hätte
ich mich als Versager gefühlt. Es war gut so, genauso wie es war. Wo ein Wille,
da ein Weg und wenn ich will, kann ich alles schaffen – auch allein!
Warum wir deutschen Frauen nichts taugen Ein Reisebericht aus Thailand von Steffi Steiner
Fabian, mein Bekannter aus Muenchen hat im Hotel einen Spezl, der mich vor 2 Tagen ganz offenherzig aufgeklaert hat. Er ist 66 und verbringt 7 Monate im Jahr hier auf Ko Samui. Damit es nicht langweilig wird, hat er sich natuerlich ein Betthaeschen angelacht. Es gibt auch wirklich genug davon hier. Die Armen.... Da jetzt Nebensaison ist, sind die meisten arbeitslos und stehen zu fuenft, oder mehreren in den Bars rum und bemuehen sich um Kunden. Meistens steht aber nur ein einsamer Herr zur Verfügung, wenn ueberhaupt. Es laufen unglaublich viele Paerchen hier rum. Auch die jungen Typen angeln sich Thaifrauen. Das Betthaeschen von X heisst Pipi, ist halb so alt wie er und er bezahlt sie offiziell nur fuer die Massage. Wenn Pipi sein Zimmer betritt, hat er immer ganz schnell die Hosen unten, sagt er. Ich vermute mal, das hat eher praktische Gruende, als das es von Leidenschaft zeugt.... Pipi uebernachtet immer bei ihm und verschwindet dann wieder in der Frueh. Da hat sie wenigstens ein bequemes Bett , warmes Wasser und einen Fernseher. Fuer X ist das Entwicklungshilfe, was er da treibt, und er bemueht sich wirklich sehr darum! Jetzt hat er seinen Enkel und dessen Freund mitgebracht, die haben ihre Zimmer links und rechts von Fabian. Der hat nachts immer das Vergnuegen alles mitzubekommen. Seiner Aussage nach dauert es aber nur 3 Minuten und ist daher gerade noch auszuhalten. Morgen will er aber trotzdem umziehen. Denn manchmal geht es schon sehr zu dort. Die netten Jungs , bzw. einer davon hatte gleich 2 Maedels. Allerdings ist ihm das zu teuer geworden, jetzt muessen sie sich abwechseln. Eine heut, die naechste morgen. Einmal hat er sich erdreistet, eine ganz andere mitzunehmen, aber das fanden seine Maedels nicht so toll und haben nachts um drei Alarm geschlagen und sich so aufgefuehrt, dass der Sicherheitsdienst des Hotels kommen musste. Immerhin ein Verdienstausfall von 1000 Baht (20 Euro). Verstaendlich also!
Uebrigens ist der Enkel 21 und sein Thaimädchen 40 - auch das gibt es hier. Ich hab X mal gefragt, ob denn die Thaimaedels anders sind als die Deutschen. Ja, sind sie. So exotisch und wild, am liebsten mag es Pipi, wenn er sie von hinten nimmt, weil sie dabei fernsehen kann...
Zwei Bungalows neben mir ist ein nett aussehender junger Mann aus Schwabing...auch er hat eine Thai. Manchmal versteh ich das nicht. Er sieht gut aus und koennte eine Deutsche sicher umsonst haben - aber vielleicht sehen die Deutschen nicht so gerne Fernsehen....
Die Sache mit dem Korb von Beate Köhlein
Unter einem Korb versteht man meistens einen runden, aus Holz geflochtenen Behälter, mit Henkel, mit dem man z.B. Einkäufe transportieren kann. Heutzutage bestehen die Körbe aber auch aus Plastik, oder Metall. Ein sportlich interessierter Mensch denkt vielleicht beim Wort Korb an Basketball und Dirk Nowitzki, der in einem Spiel schonmal an die 10 Körbe wirft, wenn es gut läuft.
Was aber ist das für ein Korb, wenn jemand meint, er hätte Angst davor? Wenn Nowitzki das sagen würde, er hätte glatt die falsche Sportart gewählt. Oder muss man sich einen bissigen Holzkorb vorstellen, der anstatt seine Einkäufe die Hausfrau einverleibt?
Nein, wir sprechen hier von zwischenmenschlichen Beziehungen, die mit der Liebe zu tun haben. Meistens hat man mehr Angst davor, einen Korb zu bekommen, als einen zu geben. Und wann erhält man einen Korb? Wenn das Objekt der Begierde einfach nicht mit an die Bar kommen will, um sich auf einen Drink anladen zu lassen. Oder wenn es (das Objekt) nach den anfänglichen Zärtlichkeiten auf der Tanzfläche absolut nicht mit nach Hause kommen will. Es gibt noch die Möglichkeit mit der nicht herausgegebenen Telefonnummer (verspäteter Korb, wenn man feststellt, dass die Nummer falsch ist), oder wenn das Gegenüber bei einem Annährungsversuch bereits vor lachen zusammenbricht, bevor man überhaupt etwas gesagt hat. Zugegeben, das ist einer der größten Körbe. Es gibt auch die Kleineren, bei denen man sich noch Hoffnungen machen kann. Der/die Angesprochene ist sich nicht ganz sicher, ob auf den Flirtversuch eingegangen werden soll, und man kann es dann durchaus noch mal versuchen, bis man den Korb dann endgültig in Händen hält.
Aber warum hat man Angst davor? Vielleicht dass man, wenn man es öfter an einem Abend probiert, die Körbe nicht mehr tragen kann? Man stelle sich vor, jeder hätte in der Disco seine Körbe dabei, die er an dem Abend bereit wäre zu geben. Die Tanzfläche wäre bereits kurz nach Einlass komplett überfüllt, und man könnte sich an den Körben richtig böse stoßen. Der Austausch beginnt relativ schnell, hier mit dem Beispiel Mann: „Hallo, schöne Frau!“ WUMM, ein Korb mehr, der wird doch gleich zu den beiden anderen, die er selbst mitgebracht hat, an den Arm gehängt. Weiter geht es: „Hey, Süßer!“ Oje, gleich den Korb weitergeben, das geht ja gar nicht. „Hallo, ihr zwei, Lust zu tanzen?“ Die Blicke sagen alles, wieder zwei Körbe mehr zu schleppen. Das Tanzen wird schon schwierig, sind recht unhandliche, deutliche Dinger. Jetzt sollte er einige Zeit die Klappe halten, einen weiteren Korb zu riskieren wäre fatal. Er tanzt stumm vor sich hin, aber nichts passiert. ‚Hallooooo, will denn keiner einen Korb?’ Er hat kurz aus Versehen eine Frau angelächelt, bösen Blick, äähh Korb zurückbekommen, ihn sich um den Hals gehängt, und jetzt sieht man sein Gesicht gar nicht mehr. Blöd gelaufen, denn welche Frau will sich, wenn überhaupt, einen Korb holen, von jemandem den sie vorher gar nicht sehen konnte? Oder die Mädels lassen sich davon abschrecken, dass schon so viele Körbe an dem Typen dranhängen! Eindeutig verloren, Mann!
Es gibt deshalb die ganz Schlauen, Männer wie Frauen, die ohne Korb zum Tanzen gehen. Sie können so ein bisschen sammeln, bevor sie nicht mehr gesehen werden. Dumm ist es allerdings, wenn man einen Korb geben will, bevor man einen bekommen hat. Was dann? Entweder man ist dem, der förmlich nach einem Korb schreit, hoffnungslos ausgeliefert, oder:
Schnell umdrehen – blöde Anmache starten – Korb holen – zurückdrehen – weitergeben.
So finden an den Abenden diverse Tauschgeschäfte statt, wobei man immer wieder beobachten kann, dass nach kurzer Zeit viele Korbhalter bewegungsunfähig an der Wand stehen, während andere Discobesucher ganz locker tanzen können. Und es ist ja durchaus möglich, jemandem zu begegnen, von dem man keinen Korb bekommt, und dem man auch keinen geben will. Ideal!
Aber warum diese Angst? Lassen wir mal die bildliche Korbgeberei beiseite:
Man findet jemanden toll, das Herz rast den Ironman von Hawaii, die Mundwinkel zucken unkontrolliert, formen aber dann doch ein Lächeln. Was passiert, wenn das Gegenüber zwar auch ein Lächeln zustande bringt, sich dann jedoch demonstrativ umdreht? Einwandfreier Korb. Zu allererst: Man wird weiterleben. Das Herz kehrt vielleicht etwas verkrampft in seine Startposition zurück, die Mundwinkel fügen sich der Schwerkraft und momentan fühlt man sich wie angekaut und ausgespuckt. Aber das gibt sich, sobald einem der nächste Leckerbissen über den Weg tanzt und das Herz erneut lossprintet. Angst muss man davor eigentlich nicht haben.
Mag sein, dass es deprimierend ist, sich öfter mal einen Korb zu holen, aber irgendwann wird das Objekt der Begierde ihn ganz schnell wegpacken und zurück lächeln. Andersherum beschweren sich viele, immer Körbe geben zu müssen. Aber auch die werden auf jemanden treffen, bei dem sie sich den Korb lieber selbst um den Hals hängen. Man sollte ihn dann aber idealerweise auf den Rücken schieben, sonst tanzt es sich so schlecht.
Also: Keine Angst davor haben, einen Korb zu bekommen, und deswegen erst gar nichts zu unternehmen. Ob man ihn bekommen hat, weiß man erst, wenn man ihn tatsächlich in Händen hält. Und oft genug beruht die Angst auch auf Gegenseitigkeit. Stürzt euch ins Getümmel und lasst die Körbe wandern, wenn es sein muss.
Und mal ganz ehrlich: Wem schmeichelt es nicht, wenn er (egal ob er einen Korb gibt, oder nicht) angesprochen wird?
Tigertreff von Beate Köhlein
Fühlst du dich missmutiger, schmächtiger, fertiger und nichtiger als andere Menschen? Wird um dich herum alles frostiger, einfältiger, giftiger, biestiger, gleichgültiger und abartiger?
Werden deine Augen immer kurzsichtiger? Ist das mal wieder ein rostiger Nagel, den du dir eingetreten hast? Wird dein Hund immer bösartiger? Plagt dich dein rachsüchtiger Ex? Bekommst du dein Steak immer blutiger, als du es bestellt hast? Werden deine Kinder immer lästiger und deine Verabredungen immer dürftiger? Lässt ein drahtiger Mann auf sich warten? Werden die Anmachversuche deines Chefs immer durchsichtiger und die Intrigen deiner Kollegen immer hinterhältiger? Sollst du immer vernünftiger und tüchtiger werden? Fährt der Nachbar immer das schnittigere Auto? Fehlt dir ständig ein gültiger Fahrschein? Oder willst du dich einfach mittiger fühlen?
Dann ist das jetzt ein günstiger Moment und ein eindeutiger Grund, dir folgendes zu sagen: Es gibt Abhilfe mit sofortiger, schlagartiger und nachhaltiger Wirkung:
Komm zum Tigertreff und du wirst dich mutiger, ebenbürtiger, kräftiger, listiger, prächtiger, schlagfertiger, vielfältiger, mächtiger, weitsichtiger und wichtiger fühlen.
Ein zeitiger Anruf, und es erwartet dich ein zünftiger, vielschichtiger, großartiger, manchmal auch heftiger, vielfach aber lustiger und selten frustiger Abend!
Eine vollwertigere, reichhaltigere und saftigere Suppe wirst du nirgendwo anders finden, und dazu serviert wird ein fruchtiger Tee, damit man kein Durstiger bleibt.
Leiten wird es kein Bärtiger, kein Faltiger und auch kein Grantiger, sondern ein „allmächtiger wahrhaftiger“, in NRW gebürtiger Tiger namens Tina. Und ein samtiger Kater ist auch mit von der Partie.
Wenn das kein triftiger Grund ist, sich noch hurtiger zu melden!
P.S. Der Haarfestiger kann günstigerweise zu Hause gelassen werden!
|
 |  |  |
Das Stachelschwein von Tina Wiegand
Ein stachelloses Stachelschwein Wollte nicht mehr einsam sein So wanderte der nackte Held Suchend durch die ganze Welt Leider blieb er ganz alleine Denn es gab nur Stachelschweine Was - kam man sich erst mal nah Unerträglich stachlig war Er wollte zärtlich Nasen reiben Und nicht an Stacheln hängen bleiben Enttäuscht gab er dann schließlich auf Da nahm das Schicksal seinen Lauf Und tief im Wald so ganz allein Fand er ein stachelloses Schwein Wie ein Blitz traf sie die Liebe Und entfachte ihre Triebe „Oh komm, so nah wie du nur kannst An meinen stachellosen Wanst!“ Rief er entzückt und voller Wonne Und über ihnen schien die Sonne Erhellte ihr Entzücken Beim Knutschen, Schmusen, Drücken Sie rechneten mit dieser Lage Bis ans Ende ihrer Tage Doch kommt‘s, wies kommt, so muss es sein Es setzte bald das Wachstum ein Nie hätten sie daran gedacht, Dass plötzlich ihre Schwarte kracht Und – wie junge Sojasprossen Stacheln aus der Schwarte schossen Das war ein Klagen und ein Weh Sie pieksten sich, oh jemine Da begannen sie zu schimpfen Und Vorwurf in ihr Herz zu impfen So hörte man von nah und fern Sie hätten sich jetzt nicht mehr gern Sie rieben fest sich an den Bäumen Um die Stacheln abzuräumen Nach der Aktion wurde bekannt: Stacheln leisten Widerstand Nichts wollte helfen, nichts war gut Es verließ sie bald der Mut Für ihr Bemühen war der Lohn Eine tiefe Depression Dabei könnt es ganz einfach sein Denn Stachelschwein bleibt Stachelschwein Das lebt die Nähe mit Distanz So bleibt die Schwarte immer ganz Und Wärme ist dann trotzdem da Durchdringt die Stacheln, ist doch klar Das Stachelschwein soll mutig leben, Was ihm von Oben mitgegeben Wenn das Schwein sich richtig kennt Führt das direkt zum Happy End
Wieder einmal von Barbara Krug 09/2006 Wieder einmal ein Frühling ohne Knospen Wieder einmal ein Sommer ohne Blüten Wieder einmal kein Licht, nur Finsternis Wieder einmal kein Lachen, kein Weinen Weder Sonne, noch Mond, noch Sterne Das Leben findet statt in der Fern Nur Dunkelheit, die Seele weint Wo bitte ist da noch ein Freund? Sie sind rar an solchen Tagen Und da beginn ich mich zu fragen Es scheint normal dass sie vergessen Was ich einst für sie gewesen Familie? Schon ganz lang nicht mehr Das macht Ertragen doppelt schwer Ich habe nichts, nichts mehr zu bieten Man verzichtet gerne auf die Nieten Doch heute habe ich eine Kastanie geseh’n Das Leben ist da........und es ist schön! Ich habe Hoffnung Es gibt Menschen, die sie mir geben Auch für mich gibt’s wieder ein Erleben
|  |
|
|  |
|  |